Sonntag, 2. August 2015

Heimreise

Am Tag unserer Ankunft in Marano Lagunare konnten wir das Boot nicht rausslippen, weil unser Ford Mondeo für die steile Rampe zu schwach ist. Die Italiener von der Marina helfen normalerweise mit einem Geländewagen, aber sie hielten es für unmöglich, ein 8,5 Meter langes Boot zu slippen und lehnten in unserem Fall die Hilfe ab. Ich selbst hatte doch problemlos reingeslippt. An der Kante hatte ich das Trailerstützrad nach unten gekurbelt, damit der Trailer nicht aufsitzt.

Ich fand dann einen F-27 Trailer mit deutschen Kennzeichen am Marinagelände. Dessen Zugfahrzeug, ein Pickup, hatte eine Aufschrift, die ich kannte. Das zugehörige Boot war die lizpoir von Sven Richter, einem Spezialisten für Elektroantriebe ( http://ripower.de/ ). Ich rief ihn an und fragte, wie er das mit dem Slippen machte. Er hatte hier schon mehrmals rein- und wieder rausgeslippt und sagte mir spontan seine Hilfe für den nächsten Tag zu.
Am nächsten Tag zu Mittag lief die lizpoir mit Sven und seiner Familie an Bord ein und das Slippen war in einer Viertelstunde erledigt. Tausend Dank an Sven, der uns aus der Patsche geholfen hat.

Um 14:15 starteten wir die Heimreise. Acht Stunden später waren wir bei wenig Verkehr zuhause. Bereits am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Boot zu unserem Heimatrevier, dem Moldaustausee in Tschechien und slippten bei Frydava. Damit schließt sich der Kreis und das Abenteuer Adria und Griechenland ist erfolgreich beendet.


Corfu – Lignano 8. Tag - Sturm

Um 6 Uhr früh verlassen wir den Hafen von Novigrad und steuern auf die 30 Meilen entfernte Lagune von Lignano zu. Bereits einige Meilen nach dem Start erreichen wir Geschwindigkeiten von 12-13 Knoten. Der Himmel Richtung Nordost (Triest) ist pechschwarz und mahnt zum Reffen. Wir verkleinern Groß und Genua auf jeweils 2/3 und segeln unverändert mit hoher Geschwindigkeit. Mittlerweile liegt die Windgeschwindigkeit bei 25 Knoten und die See ist stark bewegt. Eine halbe Stunde später sind wir aus der Abdeckung von Istrien heraus und verkleinern das Groß auf weniger als ein Drittel. Die Genua verkleinern wir auf Handtuchgröße. Die Geschwindigkeit bei unseren Halbwindkurs ist immer noch 10-12 Knoten. Die Bora aus Nordost bläßt jetzt mit 35-45 Knoten, was Windstärke 8 bis 9 entspricht. Vor dem zweiten Reffen haben wir noch fotografiert, jetzt denkt keiner mehr daran. Die See türmt sich und von den Kämmen wird von dem starken Wind Gischt abgeweht. Die Wellen brechen teilweise und Schaum legt sich in gut ausgeprägten Streifen in Windrichtung. Das Dinghy, das wir auf dem luvseitigen Netz verzurrt haben, hebt sich einen halben Meter, wenn uns eine Welle in Schräglage versetzt und der Wind von unten auf Netz und Dinghy einwirken kann. Ich werde im Cockpit kübelweise mit Wasser überschüttet, wenn wieder mal eine Welle am Bug oder am Leeschwimmer bricht. Das Salz brennt in den Augen. Zweimal füllt uns ein Brecher das Cockpit 10cm hoch und es dauert eine Weile bis das Wasser durch die kleinen Lenzöffnungen abläuft. Wenn es noch schlimmer wird, können wir den Kurs nach Lignano nicht mehr halten und müssen abdrehen, aber bis jetzt taucht der Leeschwimmer auch bei den höchsten Wellen noch nicht ganz unter und ein Abheben des Hauptrumpfes ist keinesfalls zu befürchten. Nach zweieinhalb Stunden stehen wir wenige Meilen vor der Laguneneinfahrt und bergen das Großsegel vollständig. Die Geschwindigkeit mit 2 Quadratmeter Genua beträgt jetzt 7,5 Knoten. Wir finden die Dalbenstraße und laufen in die Lagune ein. Der Seegang ist mit einem Schlag weg und wir ankern im Lee einer Insel. Es folgt eine einstündige Putzaktion. Anschließend folgt noch die Durchquerung der Lagune zu unserem Zielhafen Marano Lagunare. Der Wind weht mit gut 25 Knoten in der Lagune und wir fahren unseren 8 PS Motor teilweise mit Höchstdrehzahl um nennenswerte Geschwindigkeiten gegen den Wind zu erzielen. In der Marina können wir am Transitsteg längseits gehen und wir freuen uns auf eine warme Dusche.